CFO / Finanzleiter
Abteilung: Finanzen
Ebene: Management
Hauptziel: Vollständige Transparenz über die finanzielle Gesundheit des Unternehmens, datengestützte Entscheidungen aus CRMconnect
Was diese Rolle tut
Der CFO arbeitet keine Einzeltransaktionen ab — er überwacht das Gesamtbild: Liquidität, Forderungen, Verbindlichkeiten, Performance vs. Ziel, Compliance. Er konfiguriert die finanziellen Regeln des Systems, genehmigt Ausnahmen und nutzt CRMconnect als Datenquelle für das Management-Reporting.
Regelmäßig genutzte Module
| Modul | Wo zu finden | Wofür Sie es nutzen |
|---|---|---|
| Kontostände | Finanzen → Kontostände | Echtzeit-Liquiditätsposition je Konto |
| Kontoauszug | Finanzen → Kontoauszug | Abstimmung und Flussvalidierung |
| Kontenplan | Finanzen → Kontenplan | Finanzberichtsstruktur |
| E-Rechnung | Finanzen → E-Rechnung | ANAF-Compliance — Gesamtstatus |
| Rechnungen | Vertrieb → Rechnungen | AR-Aging — Forderungen nach Alter |
| Lieferantenrechnungen | Einkauf → Lieferantenrechnungen | AP-Aging — Verbindlichkeiten nach Alter |
| Zahlungen | Vertrieb → Zahlungen | Eingegangene Einzüge |
| Währungen | Finanzen → Währungen | Wechselkurse, Währungsauswirkung |
| Vertriebsübersicht | Vertrieb → Übersicht | Pipeline + realisierte Umsätze |
| SAGA-Integration | Finanzen → SAGA | Buchhaltungsexport-Status |
Finanz-Dashboard — was täglich überwacht wird
Liquidität
Wo: Finanzen → Kontostände + Kontoauszug
| Indikator | Was prüfen |
|---|---|
| Verfügbare Liquidität | Gesamtbetrag auf Girokonten (Kontostände → Summe je Konto) |
| Prognostizierte Liquidität 7 Tage | Fällige einzuziehende Rechnungen minus fällige Lieferantenrechnungen |
| Interne Fonds | Handkasse, Abteilungsbudgets unter Mindestschwelle? |
Forderungen (AR-Aging)
Wo: Vertrieb → Rechnungen → nach Status + Alter filtern
| Intervall | CFO-Maßnahme |
|---|---|
| 0–30 Tage | Normal — Standardüberwachung |
| 31–60 Tage | Warnung — prüfen ob Debitorenbuchhalter Erinnerungen gesendet hat |
| 61–90 Tage | Eskalation — Kundengespräch auf Management-Ebene |
| > 90 Tage | Verlustrisiko — Entscheidung: Ratenzahlung, Schuldbeitreibung, Rückstellung |
Lieferantenverbindlichkeiten (AP-Aging)
Wo: Einkauf → Lieferantenrechnungen → nach Fälligkeit filtern
Ziel: innerhalb vereinbarter Fristen zahlen (Lieferantenkredit erhalten) aber nicht früher als nötig (Liquidität optimieren).
Von Ihnen verwaltete strategische Konfigurationen
Zahlungsrichtlinie — Standardkonditionen
Wo: Vertrieb → Einstellungen / Einkauf → Einstellungen
Standardkonditionen definieren die auf allen neuen Dokumenten erscheinen:
- Kundenzahlungsfrist: 30/45/60 Tage — Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Liquiditätsbedarf
- Lieferantenzahlungsfrist: 30/45/60 Tage — mit strategischen Lieferanten ausgehandelt
Genehmigungsschwellen
Wo: Einkauf → Einstellungen → Genehmigungsschwellen + Vertrieb → Provisionen
| Was konfigurieren | Auswirkung |
|---|---|
| Bestellgenehmigungsschwelle auf CFO-Ebene | Bestellungen > Wert X erfordern Ihre Genehmigung |
| Außergewöhnliche Rabatte | Über % X erfordern Ihre Genehmigung |
| Provisionsrichtlinie | Ob Provisionen auf Einzügen oder Fakturierungen basieren |
Währungen und Wechselkurse
Wo: Finanzen → Währungen
Definieren:
- Welche Währungen aktiv sind (EUR, USD, GBP etc.)
- Kursquelle: manuell oder automatischer BNR/EZB-Feed
- Aktualisierungsfrequenz — täglich für Unternehmen mit hohem Währungsvolumen
Wichtigste Arbeitsabläufe
Arbeitsablauf 1 — Wöchentliche Finanzprüfung (30 Min.)
Montagmorgen:
1. Kontostände → Gesamte verfügbare Liquidität
2. Rechnungen → überfällig > 30 Tage → Gesamtwert + Kundenliste
3. Lieferantenrechnungen → in 7 Tagen fällig → was zu zahlen ist
4. E-Rechnung → ungelöste Fehler-Rechnungen → Lösung verfolgen
5. Kontoauszug → nicht abgeglichene Zeilen → an Kassierer eskalieren
6. Umsatz der Woche mit Ziel vergleichen → Vertriebsübersicht
Arbeitsablauf 2 — Außergewöhnliche Zahlungen genehmigen
Kreditorenbuchhalter schlägt dringende Zahlung oder Konditionen-Abweichung vor
→ In Lieferantenrechnungen prüfen dass Rechnung validiert ist (3-Wege-Abgleich ✓)
→ Verfügbare Liquidität prüfen → Zahlung ohne Liquiditätsgefährdung möglich?
→ Falls JA → genehmigen → Finanzen führt Zahlung durch
→ Falls NEIN → Verschiebung mit Lieferant verhandeln ODER Liquiditätsquelle identifizieren
→ Entscheidung dokumentieren (Notiz im Genehmigungssystem)
Arbeitsablauf 3 — Monatsabschluss (CFO-Prüfung)
Woche 1 des neuen Monats:
1. Kontoauszug → CRM-Saldo = Banksaldo? ✓
2. Rechnungen → haben alle Rechnungen des Vormonats einen Endstatus?
3. E-Rechnung → 100% der B2B-Rechnungen bei ANAF? Fehler gelöst?
4. SAGA/WinMentor-Export → ist der Monatsexport fehlerfrei gelaufen?
5. Vorläufige GuV prüfen:
→ Monatsumsatz (ausgestellte Rechnungen) vs. Ziel
→ Monatsausgaben (Lieferantenrechnungen + Ausgaben) vs. Budget
→ Bruttoertragsmarge je Produkt-/Dienstleistungskategorie
6. Bei Diskrepanzen → zur Untersuchung an Bilanzbuchhalter eskalieren
7. Monatsabschlussbericht unterzeichnen
Arbeitsablauf 4 — Mehrwährungsanalyse
Unternehmen fakturiert in EUR und USD, berichtet in RON
→ Finanzen → Währungen → prüfen dass Kurse aktuell sind
→ Rechnungen → nach EUR-Währung filtern → Gesamtbetrag in EUR → zum heutigen Kurs in RON umrechnen
→ Mit Vormonat vergleichen:
Wenn RON gegenüber EUR gestärkt → RON-Umsätze sinken
Wenn RON geschwächt → RON-Umsätze steigen
→ RON-Liquiditätsprognose anpassen
→ Bei großem Währungsrisiko → Entscheidung: Hedging oder Preisanpassung in Fremdwährung
Für den CFO verfügbare Berichte
| Bericht | Wo | Verwendung |
|---|---|---|
| Umsatz vs. Ziel | Vertrieb → Übersicht | Monatliche und quartalsweise Performance |
| AR-Aging | Vertrieb → Rechnungen → Filter | Forderungen nach Altersband |
| AP-Aging | Einkauf → Lieferantenrechnungen | Fällige Verbindlichkeiten |
| Liquiditätsposition | Finanzen → Kontostände | Aktuelle Liquidität |
| Lagerberichte | Lager → Berichte → Bestandsbewertung | Bestandswert (gebundenes Kapital) |
| Team-Provisionen | Vertrieb → Provision | Variable Lohnkosten |
| Gewichtete Pipeline | Vertrieb → Opportunities | Zukünftige Umsatzprognose |
ANAF-Compliance — CFO-Verantwortung
Als CFO sind Sie für die steuerliche Compliance letztverantwortlich:
| Verpflichtung | System | Maßnahme bei Blockade |
|---|---|---|
| B2B E-Rechnung | Automatisch in CRM | ANAF-Token abgelaufen → Bilanzbuchhalter erneuert |
| eTransport | Manuell vor Transport | Klare Verfahren für Lager |
| D300 MwSt. | Export aus CRM → SAGA/WinMentor → Erklärung | Monatsexport prüfen |
| D394 | B2B-Transaktionsexport | Alle B2B-Rechnungen im System prüfen |
Wichtige CFO-Kennzahlen
| KPI | Formel | Warnsignal |
|---|---|---|
| DSO (Days Sales Outstanding) | Offene Forderungen / (Monatsumsatz / 30) | > 60 Tage |
| DPO (Days Payable Outstanding) | Offene Verbindlichkeiten / (Monatsausgaben / 30) | < 20 Tage (zu früh zahlen) |
| Cash Conversion Cycle | DSO - DPO + Days Inventory Outstanding | Monatlicher Anstieg = Liquiditätsrisiko |
| Current Ratio | Umlaufvermögen / Kurzfristige Verbindlichkeiten | < 1,2 = Warnung |
| E-Rechnung Compliance-Rate | B2B-Rechnungen bei ANAF / Gesamt-B2B-Rechnungen | < 100% = Risiko |
| 30-Tage-Liquiditätsdeckung | Verfügbare Liquidität / Durchschnittliche Monatsausgaben | < 1 Monat = dringend |
Praktische Tipps
CRMconnect nicht als Buchhaltungssystem behandeln — als operative Datenquelle. SAGA oder WinMentor machen die eigentliche Buchhaltung. Das CRM gibt Echtzeit-Daten; die Buchhaltungssoftware formalisiert sie für Erklärungen.
AR-Aging wöchentlich prüfen, nicht monatlich. Eine 45-Tage-Forderung wöchentlich behandelt wird mit einem Telefonanruf gelöst. Eine bei 90 Tagen entdeckte erfordert Anwälte.
Die gewichtete Pipeline ist Ihre beste Prognose. Opportunities × Wahrscheinlichkeit = geschätzter Umsatz. Wöchentlich mit dem Vertriebsteam prüfen für eine realistische Liquiditätsprognose.
Liquidität ist Realität, Gewinn ist Meinung. Ein profitables Unternehmen kann insolvent sein wenn Forderungen nicht pünktlich eingezogen werden. Liquiditätsfluss mit gleicher Priorität wie GuV überwachen.
Richten Sie Ziele mit monatlichen Umsatz- und Liquiditätszielen ein — automatisches Fortschritts-Tracking eliminiert die manuelle Dashboard-Vorbereitung vor Board-Meetings.
Das Ändern der Standard-Wechselkursquelle wirkt sich auf alle zukünftigen Dokumente aus. Testen Sie in einer verkehrsarmen Zeit und benachrichtigen Sie das Buchhaltungsteam vor dem Wechsel.