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Key Account Manager

Abteilung: Vertrieb
Ebene: Senior-Ebene
Hauptziel: Maximierung des Werts und der Kundenbindung strategischer Accounts

Was diese Rolle tut

Der KAM verwaltet das Portfolio der Großkunden — langfristige Verträge, individuelle Preisgestaltung, Verlängerungen, Upsell und Cross-Sell. Im Gegensatz zum Standard-Vertriebsmitarbeiter arbeitet der KAM intensiv mit wenigen wertvollen Kunden, nicht in der Breite mit vielen kleinen.


Täglich genutzte Module

Modul Wo zu finden Wofür Sie es nutzen
Kunden CRM → Kunden Vollständiges Profil jedes Accounts
Verträge CRM → Verträge Verlängerungen und Konditionen verfolgen
Opportunities CRM → Opportunities Upsell-/Erweiterungsmöglichkeiten
Preislisten Vertrieb → Preise Account-spezifische Preisgestaltung
Kundengruppen CRM → Gruppen Portfolio-Segmentierung
Rabattgruppen CRM → Rabatte Rabattstrukturen pro Account
Treueprogramm CRM → Treue Kundenstufen und Vorteile
Angebote Vertrieb → Angebote Verlängerungs- und Erweiterungsangebote
Rechnungen Vertrieb → Rechnungen Zahlungsüberwachung für Key Accounts
Kundenportal Was der Kunde in seinem Portal sieht

Wöchentliche Routine

Montag — Portfolio-Gesundheitscheck

  1. Kunden öffnen → nach Ihrer Account-Gruppe filtern → nach Gesamtumsatz sortieren
  2. Accounts mit Bestellrückgang vs. Vormonat (> 20%) identifizieren → Termin vereinbaren
  3. Verträge prüfen → nach Läuft in 60 Tagen ab filtern → Verlängerungsgespräch einleiten

Täglich — Account-Monitoring

  1. Prüfen ob Key Accounts überfällige Rechnungen haben → proaktiv eingreifen (Kunden keine automatische Mahnung erhalten lassen)
  2. Offene Erweiterungsmöglichkeiten verfolgen → Phase und Wahrscheinlichkeit aktualisieren

Beim Kundenbesuch / Meeting

  1. Vorbereitung: Kundendatensatz in Kunden öffnen — vollständige Historie sehen: alle Bestellungen, Rechnungen, Tickets, Kommunikationen
  2. Nach dem Meeting: Opportunity aktualisieren (angepasster Wert, Abschlussdatum, Notizen) und Aktivität mit Meeting-Zusammenfassung hinzufügen

Wichtigste Arbeitsabläufe

Arbeitsablauf 1 — Vertragsverlängerung

Hinweis: Vertrag läuft in 60 Tagen ab
→ Verlauf analysieren: Bestellvolumen, pünktliche Zahlungen, offene Tickets
→ Verlängerungsangebot vorbereiten (ggf. mit Preisanpassungen)
→ Angebot versenden
→ Konditionen verhandeln → Vertrag aktualisieren
→ Unterzeichnen → in Plattform archivieren

Arbeitsablauf 2 — Upsell bei bestehendem Account

In der Bestellhistorie erkennen, dass Kunde ein Produkt wiederholt kauft
→ Upsell-Opportunity erstellen (z.B. höheres Volumen, Komplementärprodukt)
→ Prüfen ob eine dedizierte Preisliste oder Mengenrabatt sinnvoll ist
→ Angebot versenden → verhandeln → in Bestellung umwandeln

Arbeitsablauf 3 — Individuelle Preisgestaltung für strategischen Account

Sonderpreisvereinbarung mit dem Kunden verhandeln
→ Vertrieb → Preislisten → neue Liste speziell für diesen Account erstellen
→ Verhandelte Preise pro Produkt eintragen
→ Preisliste direkt dem Kunden zuweisen (im Kundendatensatz)
→ Ab sofort werden bei jeder Rechnung/Bestellung automatisch seine Preise angewendet

Arbeitsablauf 4 — Kunde mit Treueprogramm

Kunde sammelt bei jedem Kauf Punkte (in Treueprogramm konfiguriert)
→ Mitgliedschaftsstufe des Kunden überwachen
→ Bei Erreichen einer Schwelle → Kunden über freigeschaltete Vorteile informieren
→ Bei Einlösung von Punkten → Buchhaltung zieht Wert bei der Rechnungsstellung ab

Kennzahlen

Kennzahl Bedeutung
Account-Bindungsrate % der Key Accounts die verlängern
Umsatzwachstum pro Account (YoY) Bestellvariation vs. Vorjahr
Abgelaufene unverlängerte Verträge Verträge die ohne Verlängerung ausgelaufen sind
Tage bis zur ersten Aktion bei Verlängerungshinweis Reaktionsgeschwindigkeit
Durchschnittlicher Wert pro Account Was jeder Account in 12 Monaten generiert

Praktische Tipps

Den Kundendatensatz vor jedem Gespräch aufrufen. Nicht auf das Gedächtnis verlassen. Die vollständige Historie (Rechnungen, Tickets, Kommunikation) gibt echten Kontext und zeigt dem Kunden, dass Sie ihn kennen.

Verlängerungen werden 60 Tage im Voraus gewonnen, nicht 5. Ein Kunde, der seit 6 Monaten nichts von Ihnen gehört hat und 2 Wochen vor Ablauf ein Angebot erhält, wird hart verhandeln oder kündigen.

Individuelle Preisgestaltung wird über Preislisten verwaltet, nicht über Ad-hoc-Rabatte auf der Rechnung. Ad-hoc-Rabatte erzeugen Inkonsistenzen und fließen nicht korrekt in die Berichte ein.

Bei überfälliger Rechnung eines Key Accounts greifen Sie ein — nicht die automatische Mahnung. Die Pflege der Beziehung liegt in Ihrer Verantwortung.

Tip

Beginnen Sie Verlängerungsgespräche mindestens 60 Tage vor Ablauf des Vertrags — ein Kunde, der 2 Wochen vor Ablauf ein Angebot erhält, wird hart verhandeln.

Warning

Benutzerdefinierte Preise für Schlüsselkunden müssen über Preislisten verwaltet werden, nicht über Ad-hoc-Rechnungsrabatte.